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Familie Krone

VON DER MENAGERIE ZUM GRÖSSTEN CIRCUS DER WELT

Circus Krone: Das Unternehmen

The Show must go on! Das hat Christel Sembach-Krone ihrer Adoptivtochter Jana Mandana gelehrt. Dank ihrer Tatkraft, Energie, Leidenschaft und ihres Weitblicks für ihren Circus und ihre geliebten Tiere, kann Krone unter neuer Leitung traditionsbewusst und in ihrem Sinne in die nächste Generation geführt werden und in eine erfolgreiche Zukunft schauen. Ganz getreu unter dem Motto „Eure Gunst unser Streben“.

Seit dem 20. Juni 2017 ist Jana Mandana Lacey-Krone Chefin des größten reisenden Circus weltweit. Für die Aufgaben als Direktorin, Unternehmerin und Tierlehrerin wurde sie von Christel Sembach-Krone - der Grande Dame des Circus und ihre Adoptivmutter - persönlich und intensiv ihr ganzes Leben lang vorbereitet und ausgebildet.

Jana Mandana war gerade drei Jahre alt, als sie das erste Mal in der Manege stand. Auf einem kleinen Shetland-Pony zeigten „Die Jüngste und das Kleinste“ ein Manegendebüt der ganz besonderen Art. Damals hat sie ihr Herz an den Circus verloren, denn von nun an verbrachte sie jede freie Minute hier und genoss den hautnahen Kontakt zu Tieren aller Art. Diese Liebe zur Tierwelt teilt sie auch mit ihrem Ehemann Martin Lacey jr., mit dem sie einen gemeinsamen Sohn Alexis hat.

Der heute größte Circus der Welt entstand vor über 100 Jahren aus kleinen Anfängen. Carl Krone sen. (1833-1900), der Vater des Circusgründers Carl Krone (1870-1943), besaß um 1870 die reisende Menagerie "Continental". Auf Jahrmärkten präsentierte man Braunbären und Wölfe. 1883 firmierte er als „Krones Zoologische Ausstellung“. Um die Jahrhundertwende reiste man erstmals als „Menagerie Charles“ und später als „Circus Charles“.

Am 28. Mai 1905 entstand daraus in Bremen der „Circus Krone“. Die Vorstellungen fanden in einem 36 Meter hohen Rundzelt statt und neben rein artistischen Darbietungen wurden auch zahlreiche Elefanten, Löwen, Eisbären, Seelöwen, Affen, Pferde und Ponys dem staunenden Publikum vorgestellt.

Eine Dressur, die Circusgeschichte machte: Carl Krone mit seinem reitenden Löwen „Pascha“ – die Sensation der Jahrhundertwende. Die Wappentiere des Unternehmens sind und waren schon immer die Elefanten. Bereits 1886 kaufte Carl Krone sen. den ersten Elefanten – einen indischen Bullen. Die Dickhäuter-Herde erreichte die stattliche Anzahl von 27 Tieren, von denen 19 gemeinsam in der Manege auftraten. Gereist wurde mit einem Sonderzug bestehend aus 13 Waggons. Über 60 Fahrzeuge und zwei Heißdampflokomobile rollten außerdem über die Straßen. Die erste prunkvolle Außenfassade sorgte für einen einladenden Blickfang.  Das neue Chapiteau hatte einen Durchmesser von 48 Metern und bot Platz für 3.000 Besucher.

Am 12. Juli 1902 heiratete Carl Krone seine Frau Ida Ahlers (1876-1957), die Tochter von Benoit Ahlers, der mit seinem „Affentheater“ über die Jahrmärkte zog. 1904 übernahm Ida Krone die von ihrem Mann dressierten Löwen. Als „Miss Charles“ präsentierte sie eine gigantische „Löwenpyramide“ mit 24 Berbenlöwen gemeinsam im Zentralkäfig.

Am 19. Mai 1919 hieß es zum ersten Mal „Manege frei“ auf dem Marsfeld in München. 4.000 begeisterte Zuschauer saßen bei der Eröffnungsgala des ersten Krone-Gebäudes am Manegenrand. Der erste Kronebau fiel am 12.12.1943 während dem zweiten Weltkrieg in Schutt und Asche, doch bereits 1945 feierte man zu Weihnachten wieder Premiere in einem provisorischen Circusgebäude aus Holz mit 1.800 Sitzplätzen. Das erste Programm im wiederentstandenen Gebäude hieß „Lichterglanz im Roten Ring“. Krone wurde zu einem Glanzlicht am Himmel der Nachkriegszeit und sorgte spielend für Unterhaltung und fröhliche Momente in einer nicht allzu fröhlichen Zeit.

In den 20er-Jahren reiste Carl Krone mit einem riesigen Circus durch Europa. Sein Zelt hatte drei Manegen, zwei Bühnen und 10.000 Sitzplätze. Über 1.000 Mitarbeiter und rund 800 Tiere präsentierten ein Programm mit 50 Darbietungen, das von vier Orchestern begleitet wurde. Zwölf Zeltanlagen, Werkstätten aller Art und ein gigantischer Wagenpark tourten durch Italien, Spanien, Ungarn und viele andere europäische Länder.

Ab 1930 zeigte Carl Krone in seinem „Riesenrennbahn-Circus“ u.a. 250 Pferde und 100 Raubtiere, in einem 62 Meter großen Manegen-Oval. Tiere beherrschten das Leben der Familie Krone. Ihr Wohlergehen rangierte für sie immer an erster Stelle. „Eure Gunst – Mein Streben“ war der Wahlspruch des Circuskönigs Carl Krone und so lautet er noch heute.

Am 15. April 1915 erblickte die zukünftige Hüterin der Krone-Tradition das Licht der Welt: Frieda Krone (1915-1995). Schon mit 12 Jahren saß die in Wien geborene Tochter von Carl Krone hoch zu Ross. Als „Prinzessin zu Pferde“ war sie vor dem Zweiten Weltkrieg eine Attraktion in Europa und wurde von einem Millionenpublikum gefeiert. 1943 übernahm sie von ihrem Vater die Elefantenherde und die Geschäftsleitung. Bis 1980 bewies sie die Liebe zu ihren Tieren bei der täglichen Arbeit in der Manage – mit unvergleichlichem Charme und Kompetenz. Mit ihren phantasievollen Circusprogrammen, die sie höchstpersönlich zusammengestellt und ausgewählt hatte, schuf sie neue Maßstäbe internationaler Circuskunst. Bahnbrechende Formen der Programmgestaltung wie das „Krone-Festival“ wurden fachkundig und einfallsreich von ihr kreiert.

Der Satz „Mein Platz in der Welt ist der Circus“ begleitet die „Grande Dame“ des europäischen Circus durch ein erfülltes Leben. Die Bundesrepublik Deutschland ehrte ihr Wirken 1974 mit dem großen Bundesverdienstkreuz. Bis 1995 führte sie das Unternehmen zunächst mit ihrem Gatten Carl Sembach (1908-1984) und nach dessen Tod mit ihrer Tochter Christel von Erfolg zu Erfolg, künstlerisch wie wirtschaftlich. Familientradition, Unternehmergeist und Tierliebe sind bis heute die Maxime des Hauses Krone.

Carl Sembach kam 1933 als junger Raubtierlehrer zum Circus Krone. Der Sohn einer Beamtenfamilie wuchs unweit des Frankfurter Tierparks auf. Nach dem Abitur volontierte er dort und erlernte den Umgang mit Raubtieren. Mit seiner ersten, selbstdressierten Löwengruppe reiste er ins Engagement nach Russland. Dort wurde er von Carl Krone entdeckt und nach München verpflichtet.

Er verliebte sich in dessen einige Tochter Frieda und 1935 wurde in der Münchner Matthäus-Kirche der Bund fürs Leben geschlossen. Auf Wunsch der Familie wechselte Carl Sembach von den Tigern zu den Pferden. Der große Tierfreund aus Passion und Berufung entwickelte sich zum Circusfachmann allerersten Ranges, zum Allroundtalent in der Manege und im Büro.

1936 wurde Carl Sembach Vater. Seine Frau Frieda brachte Tochter Christel zur Welt. Die vierte Generation der Krone-Dynastie war geboren. Christel Sembach-Krone gilt in der Fachwelt als Meisterin der Pferdedressur und Tierlehrerin par excellence. Sie hat wohl mehr equestrische Kostbarkeiten als jede(r) andere. Sie verkörpert den Inbegriff einer sensiblen Pferdefachfrau, bei der Herz und Verstand, Gefühl und Wissen, Liebe und Charisma eine beispiellose Symbiose eingehen.

Unter Christel Sembach-Krones Leitung wurde ab den 60er Jahren insgesamt 46 Mal die weltberühmte Wohltätigkeits-Gala "Stars in der Manege", der Münchner Abendzeitung und des Bayerischen Fernsehens, im Kronebau aufgezeichnet. Ausstrahlung war traditionell zu Weihnachten im Rahmen der Eurovision.