Works Inspector Claus Lehnert
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Der "Bürgermeister" der größten rollenden Zirkus-Stadt

Seit 1966 ist Claus Lehnert beim Circus Krone, das ist mehr als die Hälfte seines Lebens. Und er
kann fast alles, was man beim Circus überhaupt nur machen kann: Den Zeltaufbau kennt er aus dem
Effeff- und den Abbau natürlich ebenso, er fährt Traktor, steuert den zwanzig Meter langen Direktions-
wagen, wenn der Circus von einer Stadt zur anderen unterwegs ist.
Der Circus Krone ist sein Zuhause, ohne ihn kann er sich sein Leben eigentlich gar nicht mehr vorstellen.
Seit den achtziger Jahren ist Claus Lehnert Betriebsinspektor. Eine sehr verantwortungsvolle Funktion
beim Circus. "Ja, mir macht die Arbeit Spaß - und wenn mal irgend etwas nicht klappt, dann sagen alle:
na klar, der Betriebsinspektor war der Übeltäter !" - Und Claus Lehnert schmunzelt bei seinen Worten.

they are big friends: horse RAMSES and works inspector CLAUS LEHNERT Als Betriebs-
inspektor ist
Claus Lehnert
nach eigener
Aussage der
"1.Diener von
Zirkus-Direktorin
Christel Sembach-
Krone und
zuständig für alles
Undankbare",
sagt der wichtigste
Mann am Platz
lächelnd, "abge-
brochene Schlüssel,
Quartiertausch..."

Claus Lehnert ist ein echtes Circuskind. Sein Vater war der Reiterakrobat Enrico Caroli, seine Mutter
ist die nach dem Kriege als Elena Ben Salem bekannt gewesene Tierlehrerin. Seine frühen Erinnerungen
reichen an ein Gastspiel im Busch-Gebäude in Breslau zurück und auch an die neun oder zehn Jockey-
Pferde, welche die Carolis damals ihr eigen nannten. Ansonsten reiste er nie mit seinem leiblichen Vater,
ein später in Aussicht gestelltes Engagement bei ihm kam nicht zustande. Die Schulzeit verbrachte Claus
Lehnert in Passau, doch schon während des Krieges war er mit seiner Mutter, an deren Papageien-
Darbietung sich die älteren Leser vielleicht erinnern werden, bei Barlay in der Tschechei und nach Kriegs-
ende bei Circus Williams. Nach einer Lehrzeit bei der Reiterfamilie Hansel-Wandruschka, die später lange
mit Circus Krone reiste, kehrte Lehnert zu Circus Williams zurück.

Als ausgebildeter Reiterakrobat wirkte er nun in der Jockey-
Reiterei der Gebrüder Enders mit. Bei ihnen blieb er, als diese
das Unternehmen von Carola Williams verließen, um fortan im
Circus von Adolf Althoff zu arbeiten, neun Jahre von 1957 bis
zur Schließung dieses Circus im Jahre 1965. Als Gebrüder
Enders (Adi und Jacob Enders, sowie Claus Lehnert) waren
sie eine gefragte Jockey-Darbietung, gefeiert in den Manegen
Europas.
1966 kam Claus Lehnert mit den Gebrüder Enders zu Krone,
um hier im Reiseprogramm gemeinsam mit den bereits engagierten
Hansels eine leistungsstarke Reiterei zu stellen. Seit jener Zeit ist
Claus Lehnert - mit Unterbrechung im Jahre 1969, als die Enders
den Start eines eigenen Circus versuchten - bei Krone geblieben.
Claus Lehnert and the Enders Bros.

1971 beendete er seine Laufbahn als Jockey-Reiter, denn seine Partner gaben die Darbietung auf
und gingen eigene Wege. Leicht war es für Claus Lehnert nicht, nach erfolgreicher Artistenkarriere
nun bei Krone Bereiter zu sein. Doch bald dressierte er ein Apportierpferd, präsentierte eine Pony-
gruppe und ritt mit der Hohen Schule. Als Jean Enders den Circus verließ, wurde Claus Lehnert als
Platzmeister dessen Nachfolger. Und schließlich wurde er Betriebsinspektor. Gern denkt Claus
Lehnert an alte Kollegen zurück: Günther Gebel-Williams, Adolf Mark, die Enders und andere
namhafte Manegenkünstler mit denen er aufgewachsen ist. Mit ihnen gemeinsam hat er die
entbehrungsreichen Jahre nach dem Kriege erlebt und die Härte des Circus alter Schule erfahren.
"Aber es gibt beim Circus auch viele schöne Tage.
So lange es Spaß macht, bleibe ich dabei, mache ich Circus".

eMail-Adresse: 
Claus-Lehnert@circus-krone.de
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