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Circusschule

"Wie in einer alten Dorfschule"

Ein Klassenzimmer, das nur ganz wenige Quadratmeter Grundfläche und außerdem noch Räder hat, ist sicher selten in Europa. Die kleinste Schule, die wir kennen, steht in einer der langen Wohnwagen-Straßen des Circus Krone.

In einem umgebauten Circuswagen werden die Sprösslinge der Krone-Artisten und Angestellten unterrichtet. Die Circus-Kinder, die fast alle verschiedene Muttersprachen haben, sind gelehrige ABC-Schützen. Meistens stehen sie schon eine halbe Stunde vor Beginn des Unterrichtes mit ihren Schulbüchern vor dem rollenden Klassenzimmer.

"Wie in einer alten Dorfschule" werden die Jahrgangsstufen 1-9 und die Vorschulkinder zusammen betreut. Oft gibt es nur ein Kind pro Jahrgangsstufe, und das mit einer anderen Nationalität. Höchste Flexibilität bei der Ausarbeitung von Stundenplänen ist daher angesagt.

Gelehrt wird nach dem bayerischen Lehrplan. Unterrichtet wird in der Regel nur vormittags - und das im Rechnen, Schreiben, Lesen und Heimatkunde. Ganz normale Fächer also. Malen, Basteln oder Singen runden das vielfältige Lehrangebot ab.

Unterricht in der Krone-Schule

Eine staatlich anerkannte Schule

Bayerns ehemaliger Staatsminister für Unterricht und Kultus, Hans Zehetmair hat der Krone-Schule ihren Segen gegeben. Sie ist staatlich anerkannt, wird aber von der Direktion des Circus Krone finanziert.

Im Winter, wenn Krone wieder zu Hause ist, besuchen die Circus-Kinder dann Münchner Schulen. So will es der Gesetzgeber. Im Naturkunde-Unterricht übrigens haben es die Circus-Kinder sehr leicht. Ihr rollendes Klassenzimmer steht meistens in unmittelbarer Nähe der Löwengehege und des Elefantenstalls. Anschauungsunterricht kann also direkt vor der Tür stattfinden. Die "Lastwagenpaukerin" Carmen Wakolbinger, Grund- und Hauptschullehrerin ist jetzt Chefin der rollenden Schule, macht davon regen Gebrauch.

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